Wir sind Musch't Du habba

Die Band der Lebenshilfe Dillingen an der Donau
In den Nordschwäbischen Werkstätten,
für Menschen mit Behinderung


Gründung:
Als wir die Band Musch’t Du habba im Jahre 2000 gründeten, war sie ursprünglich als reine Freizeitbeschäftigung gedacht.
Der erste Auftritt diente auch gleich zur Einweihung unserer eigenen neu bezogenen Wohnstätte.





Ambitionen:
Wir hatten dabei keinerlei Ambitionen in Richtung Musikpädagogik, Musiktherapie oder Kulturpädagogik.
Rein Spaß wollten wir haben.

Unser Weg:
Erst die Presse und Kollegen aus anderen Einrichtungen, bei denen wir mit unserer Band auftraten, sprachen uns darauf an, und ließen uns bewusst erkennen, dass wir mit der Musik viel mehr als nur ein gemeinsames Hobby aufgebaut hatten.

Im Vordergrund:
Bei uns stand und steht immer der Spaßfaktor, die Freude am gemeinsamen
Musizieren im Vordergrund. Alles andere, was sich durch das gemeinsame
Tun daraus ergibt ist für uns nur zweitrangig.



Aufgaben und Ziele:
In der Band hat zwar jeder seine festen Aufgaben die sich mit der Zeit eingespielt haben,
wir entscheiden aber immer zusammen. Die Band ist und soll in erster Linie Freizeit und Hobby sein, aus dem auch gerne mehr werden darf, - sofern alle dies wollen.
Unser großes Ziel ist es, die Anerkennung durch Menschen die uns hören, dadurch Integration zu erleben.
Die Zuhörer erst hören lassen, um dann zu erfahren, dass behinderte Menschen genau so etwas leisten können, das “aha” Erlebnis erfahren und vermitteln.


Zugehörigkeit:
Seit dem Januar 2007 gehören wir zur Werkstatt der Lebenshilfe, den Nordschwäbischen Werkstätten. Dies gibt uns die Möglichkeit, über die Freizeit hinaus teilweise auch als Arbeitskraft von Menschen mit Behinderung Auftritte anzunehmen. Dadurch haben wir einen größeren finanziellen und zeitlichen Sielraum bekommen.



Integration:
Integration ist für uns das Wichtigste.
Unser Ziel ist volle Integration, den Besuchern das “aha” Erlebnis zu vermitteln,
was Menschen mit Behinderung alles zu leisten können.
Gerne nehmen wir Einladungen zu allen möglichen Veranstaltungen an.


Erarbeiten von Stücken:
Beim gemeinsamen Erarbeiten von Stücken versuchen wir jeden so zu integrieren, wie er sich, sein Instrument und sein Können einbringt. Zusammen versuchen wir dann den Weg zu einem fertigen spielbaren Stück zu finden. Hierfür nehmen wir alles in Anspruch was sich uns bietet.
Dies kann die verschiedenste Technik sein, notfalls bauen wir auch was um oder selbst, bis es unseren Bedürfnissen gerecht wird. Jede Hilfe und Anregung durch unseren Schlagzeuglehrer oder unsere Gesangslehrerin nehmen wir auf und setzen sie, wenn vom Einzelnen gewünscht,
individuell um. Dies gilt vor allem auch für Ideen und Vorschläge der Bandmitglieder.

Auswahl der Stücke:
Genauso verfahren wir bei der Auswahl von Stücken.
Bringt jemand was mit, wird es getestet, eventuell umgearbeitet, und wenn sich alle dafür entscheiden haben, mit ins Repertoire aufgenommen. Wir hatten nie den Anspruch etwas genau nachzuspielen, auch wenn es sich dann und wann automatisch so anhört. Wir versuchen immer, unseren eigenen Stil umzusetzen. Stücke entwickeln sich mit der Zeit weiter, so kann es auch durchaus sein, das sich im laufe der Zeit ein Stück verändert.
Doch für uns als Live-Band ist das genau was wir wollen.

Selbsteinschätzung:
Wir selbst würden unsere Arbeit mit der Band in erster Linie als Freizeitpädagogik und erst an zweiter Stelle als Musiktherapie bezeichnen.
Als Therapie aus dem Grund, weil die Gruppe im Laufe der Jahre
    - durch die Musik und das gemeinsame Hobby,
    - durch das Zusammengehörigkeitsgefühl,
    - durch das Für- und Miteinander,
sich so festigen konnte, das dadurch viel Vertrauen geschaffen wurde.
Das sich aggressives Verhalten abbauen ließ und vor allem alle lernten, Kritik an nehmen zu können, aber auch sachlich weiter geben zu können, ohne gleich negative Reaktionen erwarten zu müssen.


Beobachtungen:
Gerade bei unseren psychisch kranken Bewohnern und Mitgliedern der Band konnten wir die Beobachtung machen, dass wenn sich eine depressive Phase anzubahnen schien, wir durch gezielte Einzelproben und Erarbeiten neuer Songs, sie wieder aus dem Tief reissen konnten.
Ein gutes starkes Gefühl aus den Proben, durch und mit der Musik erleben und mitnehmen können.

Für die Zukunft:
Wir wünschen uns für die Zukunft,
    - das die Band noch lange erhalten bleibt,
    - wir musikalisch weiter wachsen,
    - Neues dazu lernen,
    - noch viel tolle Leute kennen lernen,
    - noch mehr Fans bekommen,
    - auch mal auf richtig großen Bühnen spielen dürfen,
    - aber vor allem den Spaß an der Musik und dem gemeinsamem Musizieren nicht zu verlieren.
 
Christian Fischer,
Für Musch’t Du habba,
Die Band der Lebenshilfe Dillingen an der Donau

Aktualisiert (Mittwoch, den 15. September 2010 um 11:02 Uhr)